Ein Reichstag mit Folgen für die Reformation
Vortragsabend zum Gedenktag der „Confessio Augustana“ in der Augustinerkirche
PM 047/2026

Der Reichstag vor genau 500 Jahren war keiner wie jeder andere. Als die deutschen Fürsten 1526 in Speyer tagten, wirkte sich das entscheidend auf den Fortgang der Reformation aus. Schließlich erreichten die Fürsten damals, dass sie über Glaubensfragen entscheiden konnten. Hintergründe und Folgen erläutert der Historiker Prof. Dr. Georg Schmidt bei seinem Vortrag zum Gedenktag der „Confessio Augustana“ am Donnerstag, 25. Juni, in der Evangelischen Augustinerkirche zu Erfurt. Der Abend beginnt um 19 Uhr und wird veranstaltet vom Förderverein der Bibliothek des Ev. Ministeriums und dem Augustinerkloster. Dazu sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei. Der Gedenktag der „Confessio Augustana“ wird immer am 25. Juni im Augustinerkloster begangen. An diesem Tag im Jahr 1530 hatten die Protestanten in Augsburg ein Dokument mit den wichtigsten Grundsätzen ihres Glaubens an den Kaiser übergeben.
Prof. Dr. Georg Schmidt beleuchtet bei dem Abend das politische Umfeld der frühen Reformationszeit. Damals, unter dem Schock des Bauernkriegs, berieten die deutschen Kurfürsten, Fürsten und Stände über kirchliche Missstände. Die Lösung sahen sie nicht in einer zentralistischen, sondern einer föderativen Struktur. Jeder Reichsstand sollte es so halten, wie er es gegenüber Gott, Kaiser und Reich verantworten zu können glaubte. „Das war der Startschuss zur ‚Reformation von oben‘ und zur Ausgestaltung der deutschen Föderativnation, die unter Verweis auf die deutsche Freiheit dem Kaiser eine monarchische Herrschaft verwehrte“, so Schmidt. Er fragt in seinem Vortrag: Was bedeutet dieser Reichstag für die Reformation? Und gehört er zur Erinnerungskultur eines Landes, das sich Föderalismus und Freiheit auf ihre Fahne geschrieben hat?
Der Historiker Georg Schmidt lehrte fast 25 Jahre bis zu seinem Ruhestand als Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Jena. Er ist Experte für die Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs.
Erfurt, den 18. Juni 2026
Kontakt: apl. Prof. Dr. Andreas Lindner | Telefon: 0361/785 03 54 oder Mail: andreas.lindner@uni-erfurt.de
