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Kirche & Kloster

Das Evangelische Augustinerkloster zu Erfurt ist über 700 Jahre alt. 1277 begannen die Augustiner-Eremiten mit dem Bau der Augustinerkirche und der Klosteranlage. Seither wurden Gebäude des Klosters zerstört, wieder aufgebaut, umfunktioniert und saniert. Dennoch kann man heute noch die historischen Mauern und Räume besichtigen, in welchen einst Mönche gebetet, Gymnasiasten gelernt und Waisenkinder gelebt haben.

Erfahren Sie hier mehr über die Geschichte der Augustinerkirche, der Klosteranlage und seiner Gebäude.

Augustinerkirche

Innenansicht der Augustinerkirche

Augustinerkirche Erfurt

Auf dem heutigen Areal der Augustinerkirche stand bereits 1131 die Pfarrkirche St. Philippi und Jacobi. Da sich diese in einem schlechten baulichen Zustand befand, begannen die Augustinereremiten 1276 mit dem Neubau der Augustinerkirche und des Kreuzgangs. In den folgenden 80 Jahren entstand dann der größte Teil der anderen Klostergebäude. Die Augustinerkirche, verglichen mit anderen Bettelordenskirchen von Erfurt, ist die älteste und die am frühesten vollendete Kirche. Als historisches Bauensemble zeichnet es sich durch seine große stilistische Geschlossenheit aus.

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Die noch heute von vielen Besuchern aus dem In- und Ausland bestaunten und zu den ältesten Farbglasfenstern in Erfurt zählenden Fenster der Augustinerkirche stammen bereits aus den Jahren 1310 und 1330. Ebenfalls besonders sehenswert sind die drei Grabplatten im Chor, welche aus der Zeit zwischen 1370 und 1380 stammen. Auf diesen befinden sich Darstellungen Geistlicher des Augustinerordens. Auch das Grabdenkmal Theodor Bruns im Seitenschiff der Augustinerkirche ist bemerkenswert gestaltet.

In den Predigten in der Augustinerkirche übten die Mönche einen großen Einfluss auf die Bevölkerung aus. Wie heute noch durch die Außenkanzel an der Nordseite der Kirche bezeugt werden kann, wurden die Gottesdienste auch im Freien abgehalten.

Besichtigen Sie die Augustinerkirche und erleben Sie ihre stimmungsvolle Atmosphäre. Vertiefen Sie Ihre Eindrücke durch die Teilnahme an einem Gottesdienst in der historischen Kirche. Unsere aktuellen Gottesdienste und Veranstaltungen finden Sie hier.

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Augustinerkloster

Augustinerkloster Südseite

Geschichte des Augustinerklosters

1266 ließen sich Augustinereremiten in der schon damals blühenden und bevölkerungsreichen Metropole Thüringens nieder. Nach einigen Unstimmigkeiten mit den damaligen Räten kehrten sie 1276 nach kurzer Vertreibung wieder zurück.

Da sich die ihnen zugeteilte Pfarrkirche St. Phillipi und Jacobi in einem schlechten baulichen Zustand befand, begannen sie 1277 mit dem Umbau bzw. Neubau der Kirche. Bis zum Jahre 1518 wurden dann Katharinenkapelle, Kapitelsaal, Kreuzgang, Langhaus, Kirchturm, Priorat, Bibliothek und Waidhäuser errichtet. Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts bestand eine bedeutende und wertvolle Klosterbibliothek, die durch Stiftungen und Abschriften rasch anwuchs. Anlässlich einer umfangreichen Bücherstiftung Anfang des 16. Jahrhunderts erfolgte der Bau eines separaten Bibliotheksgebäudes, in welches die Sammlung 1516 einziehen konnte.

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In der Zeit von 1505 bis 1511 lebte auch Martin Luther hier als Mönch und las am 2. Mai 1507 in der Augustinerkirche seine erste Messe. Nach eigenen Äußerungen erlebte er hier im Erfurter Augustinerkloster seine prägendsten Lebensjahre. Heute sind in der Dauerausstellung „BIBEL-KLOSTER-LUTHER” in der Georgenburse wertvolle Dokumente aus Luthers Zeit im Augustinerkloster zu besichtigen.

Im Jahre 1522 übernahm Johannes Lang, ein sehr guter Freund Martin Luthers, nach seiner Rückkehr aus Wittenberg das Amt des Priors im Augustinerkloster und ebnete den Lehren Luthers in Erfurt und Umgebung den Weg. 1522 trat er mit vielen anderen Mönchen aus dem Konvent aus. Die Augustinerkirche wurde drei Jahre später der Johannesgemeinde übergeben und 1556 starb der letzte Mönch. 1559 wurde das Augustinerkloster säkularisiert.

Um das Kloster vor dem Zerfall oder Abriss zu bewahren, wurde ab 1561 der Westflügel und das Priorat als Evangelisches Ratsgymnasium genutzt. Das ehemalige Dormitorium (Schlafsaal der Mönche) nutzten die Schüler zeitweilig als Wohnbereich. Das Gymnasium war eine Bildungseinrichtung mit reformatorischem Geist, welche die zukünftigen Pfarrer, Schulmeister und Beamten bilden sollte. Aufgrund sinkender Schülerzahlen musste die Schule aber 1820 wieder geschlossen werden.

1646 zog die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums in das alte Klostergebäude ein, da die ehemalige Klosterbibliothek nach der Reformation größtenteils zerstört worden war. Durch Spenden, aber auch Zuwendungen des Stadtrates und des Kurfürsten war es möglich, dass der stark verfallene Ostflügel des Klosters, das Laubenganghaus und Gästehaus neu- bzw. umgebaut werden konnten, um diese ab 1669 als Räumlichkeiten für das neugegründete Evangelische Waisenhaus zu nutzen.

1821 wurde das Neue Priorat wegen Baufälligkeit abgerissen. Westflügel, Altes Priorat, Zwischenbau, Bibliothek und Waidhäuser wurden fortan vom Marienstift genutzt, welches die Erziehung sittlich verwahrloster Kinder zur Aufgabe hatte. Da sich die Gebäude der Klosteranlage in keinem guten Zustand befanden, gelang es mit Hilfe des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV., den Westflügel und das Priorat zwischen 1840 und 1846 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel umzubauen und erneuern zu lassen. Hierbei entstand auch der Verbindungsgang zwischen Westflügel und Bibliothek.

Da seit der Renovierung und barocken Ausstattung der Kirche im Jahre 1617 lange keine Sanierung erfolgt war, befand sich diese Anfang des 19. Jahrhunderts in einem sehr schlechten Zustand. Trotz einiger ausgeführter Reparaturen musste sie 1844 wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Ein Bittbrief an König Friedrich Wilhelm IV. brachte die Wende: die Augustinerkirche wurde 1848 als Tagungshaus für das Unionsparlament mit Staatsgeldern im neugotischen Stil restauriert. 91 Abgeordnete des Staatenhauses und 223 Mitglieder des Volkshauses rangen hier von März bis Mai 1850 um einen Verfassungsentwurf. Später wurde dieser allerdings vom Fürstenkongress abgelehnt. Unter den Teilnehmern war auch Otto von Bismarck, dessen politische Karriere in der Augustinerkirche seinen Anfang nahm.

Nach dem Rückbau der Kirche 1852 wurde diese 1854 neu geweiht und nach einem Blitzschlag am Turm bot sich 1935der Anlass, die seit langem geplanten Sanierungsarbeiten in der Kirche vorzunehmen. Ziel war es hierbei, den schlichten Charakter des 14. Jahrhunderts wiederherzustellen, wobei Kanzel, Orgel, Altar sowie das Dach unter der Leitung von Theo Kellner in ihr heutiges Erscheinungsbild versetzt wurden.

Der 25. Februar 1945 war der entsetzlichste Tag in der Geschichte des Klosters. Zwei englische Fliegerbomben trafen Waidhäuser und Bibliothek, in deren Kellerräumen Erfurter Bürger Zuflucht gesucht hatten. 267 Menschen verloren bei diesem tragischen Ereignis ihr Leben. Nur ein kleines Mädchen und ein Hund konnten aus den Trümmern gerettet werden. Schon im Folgejahr begann der Wiederaufbau der durch die Druckwellen teilweise zerstörten Klosteranlage. Das Waisenhaus zog nach dem Krieg vollständig aus und wurde 1958 aufgelöst. Nach dem Wiederaufbau des Ostflügels und der Modernisierung des Gästehauses konnte 1960 die Evangelische Predigerschule aus Wittenberg einziehen. Bis zu ihrer Auflösung 1993 wohnten und studierten über 500 junge Menschen im Augustinerkloster.

Das Gelände von Westflügel und Priorat gehörte seit der Säkularisierung der Stadt Erfurt. Nachdem 1669 dem Evangelischen Waisenhaus von dem Stadtrat der Ostflügel und das Gästehaus im Renaissancehof geschenkt wurden, verlief mitten durch das Kloster eine Grenze. Durch den Erwerb des Westflügels 1980 konnte auch dessen umfassende Wiederherstellung durchgeführt werden. In diesem Jahrzehnt wurde auch die Lutherausstellung eingeweiht und die Bibliothek des Evangelischen Ministeriums bezog neue Räume. 1988 konnte das kirchliche Tagungsheim eröffnet werden und zwei Jahre später wurde das Alte Priorat fertiggestellt, in das der Propst des Propstsprengels Erfurt einzog.

In den Jahren 2000 – 2003 wurden im Augustinerkloster umfangreiche Restaurierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt und zu einer zeitgemäßen Tagungs- und Begegnungsstätte ausgebaut.

 

Zeittafel – Auszug aus der Geschichte des Augustinerklosters

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Kapitelsaal

Der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gebaute Kapitelsaal im Ostflügel der Klausur ist einer der ästhetisch beeindruckendsten Räume des Klosters. Er schließt südlich an die ebenfalls aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts stammende Katharinenkapelle an und wird vom Kreuzgang aus betreten.

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Zum Klostergarten nach Osten hin öffnet sich der Raum mit zwei breiten, spitzbogig zulaufenden, dreiteiligen Fenstern, während in die gegenüberliegende Westwand nur ein Fenster eingelassen ist. Die vier Kreuzrippengewölbe ruhen in der Mitte des Raumes auf einem achteckigen Pfeiler auf, dessen Kapitell mit Halsring und profilierter Deckplatte versehen ist und dem Kapitell des Pfeilers in der Katharinenkapelle ähnelt. An der Nordwand setzen die Rippen und Gurte mit Hohlkehlen auf fächerförmigen zierlichen Konsolen an. Diese sind an der Südwand nicht mehr vorhanden. An der West- und Ostwand laufen die Rippen in einfachen Abrundungen aus. Das Blattwerk der tellerförmigen farbigen Gewölbeschlusssteine liegt ohne Unterhöhlung auf dem Grund auf. Die Ziegelpflasterung des rechteckigen Raumes stammt möglicherweise noch aus der Erbauungszeit. Der Kapitelsaal diente dem Konvent als Versammlungsraum.

Sein Name ist von dem Brauch abgeleitet, zu Beginn einer jeden Zusammenkunft ein Kapitel aus der Bibel oder aus der Ordensregel zu verlesen. Daneben hatten feierliche Handlungen ihren Ort im Kapitelsaal. So ist Martin Luther hier als Novize des Augustinereremitenordens in den Orden aufgenommen worden, und auch die Feier zu seiner endgültigen Aufnahme in den Ordensstand begann im Kapitelsaal.

2009 wurde der Kapitelsaal grundlegend restauriert und saniert. Mit viel Akribie wurde eine Farbanalyse an allen Wänden und den Decken vorgenommen. Die nachgewiesenen Farben wurden wieder aufgenommen, die Rippen neu herausgearbeitet und besonders schön sind die einmaligen Schlusssteine geworden, die wir wieder in voller Pracht sehen.

Heute wird der Raum zu Andachten und von November bis Ostersonntag als Winterkirche genutzt. 

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Historische Bibliothek des Evangelischen Ministeriums

Die Bibliothek wurde im Jahr 1646 als Stiftung der evangelischen Pfarrer gegründet, die im Evangelischen Ministerium als beratende Körperschaft zusammengeschlossen sind. Die Idee einer theologischen Dienstbibliothek mit universaler Ausrichtung war 300 Jahre lang prägend für den Bestandsaufbau. Schenkungen von Privatpersonen im 18. und 19. Jahrhundert ließen die Zahl der Bücher rasch anwachsen. Derzeit umfasst der Bestand ca. 60.000 Bände und gehört damit zu den bedeutendsten kirchlichen Büchersammlungen in Deutschland.

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Unter den rund 13.000 Handschriften und Drucken, deren Entstehungsjahr vor 1850 liegt, sind vor allem die Wiegendrucke, Reformationsschriften und Lutherausgaben hervorzuheben. Als wissenschaftliche Einrichtung steht die Bibliothek der Forschung heute uneingeschränkt zur Verfügung. Die Bestände sind über alphabetische und systematische Kataloge erschlossen und können im Lesesaal benutzt werden.

Eine Ausleihe außer Haus ist für Bücher möglich, die nach 1900 erschienen sind. Die Bibliothek nimmt am kirchlichen Leihverkehr teil.

Öffnungszeiten 

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Förderverein

Die Arbeit der Bibliothek wird vom Förderverein der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Augustinerkloster Erfurt e. V. unterstützt.

Finanzielle Unterstützungen sind uns herzlich willkommen.

Bankverbindung:
Sparkasse Mittelthüringen
IBAN: DE94 8205 1000 0130 0641 90
BIC: HELADEF1WEM

Informationen über die Bibliothek und den Förderverein sowie die Möglichkeiten von Führungen bzw. Vorträgen können Sie per Post anfordern (gegen Rückporto), telefonisch unter 0361 57660-22 oder per E-Mail an Herrn Dr. Michael Ludscheidt. 

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Bibliothek-Augustinerkloster

Historische Bibliothek Augustinerkloster

Haus der Versöhnung

Wir schreiben den 25. Februar 1945 – einer der schwärzesten Tage des Augustinerklosters. Englische Bomber werfen zwei Luftminen über dem Kloster ab. Die Folgen des Abwurfes sind verheerend. Die eine Luftmine zerstört die Waidhäuser, die andere detoniert über der Klosterbibliothek. In dem Keller der historischen Bibliothek haben 268 Menschen, im Alter zwischen 3 Monaten und 83 Jahren, Schutz vor dem Bombenangriff gesucht. Die Wucht der Detonation war so groß, dass das Gebäude völlig in sich zusammenbrach und die Menschen teilweise unter den großen Gesteinsbrocken lebendig begraben wurden. 267 Menschen sterben, ein junges Mädchen und ein kleiner Hund konnten gerettet werden.

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Kurz nach Ende des 2. Weltkrieges begannen couragierte Erfurter mit den Aufräumarbeiten. Bereits 1946 konnte mit den ersten Arbeiten zum Wiederaufbau der Kirche, des stark zerstörten Westflügels, des Laubenganghauses sowie des Gästehauses begonnen werden. Unter großen Mühen und Strapazen und unter sehr schwierigen politischen Bedingungen wurde das Kloster Stein um Stein wieder aufgebaut. Die historischen Strukturen wurden bewahrt. Die zerstörte historische Bibliothek und die ebenfalls völlig zerstörten Waidhäuser blieben als Ruinen stehen. Jedoch bestand immer der Wunsch, beide Gebäude wieder aufzubauen.

1994 erwarb die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen das vor dem Westflügel befindliche Grundstück von der Landeshauptstadt Erfurt. Im Kaufvertrag verpflichtete sich die Landeskirche, beide Gebäude wieder aufzubauen. Der erste Schritt dazu wurde im Jahr 2002 gemacht: Die Grundmauern der Bibliothek wurden restauriert und teilweise rekonstruiert. Eine Wandscheibe, die vom Einsturz bedroht war, ist in einer spektakulären Aktion wieder aufgerichtet worden.

Nach einer deutschlandweiten Ausschreibung beteiligten sich 30 Architekturbüros an einem Realisierungswettbewerb. Am 30. und 31. März 2004 trat eine hochrangige Fach- und Sachjury zusammen und begutachtete die eingesandten Arbeiten. Dem Architekturbüro Junk & Reich aus Weimar wurde der 1. Preis zuerkannt. Die eigentlichen Arbeiten begannen im Jahr 2007 und am 25. Februar 2008 wurde der Grundstein für den Wiederaufbau der ehemaligen Klosterbibliothek gelegt. An diesem Tag wurde das Augustinerkloster auch Mitglied der internationalen Nagelkreuzgemeinschaft. Am 27. August 2010 konnte das wiederaufgebaute Haus durch die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Frau Ilse Junkermann, eröffnet werden.

Text: Lothar Schmelz 

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Haus-der-Versöhnung

Haus der Versöhnung

Elisabethkapelle im Nikolaiturm

Ein frühes Zeugnis der Elisabeth-Verehrung in Erfurt befindet sich im Nikolaiturm in unmittelbarer Nachbarschaft der Lutherstätte Evangelisches Augustinerkloster zu Erfurt. Die Kirche St. Nikolai wurde erstmals 1212 urkundlich erwähnt. Frühere Hinweise zeigen jedoch auf, dass schon 1013 eine Glocke zur Andachten eingeladen hat. 1288 wurde das Patronatsrecht vom Stift St. Marien an die Brüder des Deutschen Ordens abgetreten.

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Das Ordenshaus, der Comthurhof, lag in der Nähe der Nikolaikirche. Mit dem Turmbau 1360/61 -der Verbindung zum Kirchenschiff- wurde die Kirche zu einer Torkirche bzw. Brückenkopfkirche entlang der einstigen Via Regia, der Fernhandelsstraße, welche von Ost- nach Westeuropa und somit auch am Augustinerkloster über die älteste Steinbrücke Erfurts, die Lehmannsbrücke, führte.

Das Kirchenschiff wurde aber 1744 wegen Baufälligkeit abgebrochen, der Kirchturm blieb jedoch stehen. Das Entstehungsdatum für die Secco-Malereien im Erdgeschoss der Kapelle fällt in die Bauzeit des Turmes. Die Malereien des Elisabethzyklus gehören zu den wenigen Resten einer Wandmalerei Erfurts aus dem 14. Jahrhundert. Die Maler haben hier mit viel Liebe zum Detail die Geschichten um die Heilige Elisabeth in Bildern lebendig werden lassen. 

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Elisabethkapelle

Secco in der Elisabethkapelle

Nagelkreuzzentrum und Nagelkreuzgemeinschaft

Im „Ort der Stille“ sehen Sie ein besonderes Kreuz: Das Nagelkreuz aus Conventry. Am 25. Februar 2008 überreichte der Canon der Kathedrale von Coventry, Adrian Daffern, und der damalige Vorsitzende der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V., Pfarrer i.R. Hartmut Ebmeier, dem Kurator des Augustinerklosters das Nagelkreuz. Anlass war die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der am 25. Februar 1945 durch Bomben zerstörten Klosterbibliothek.

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Nach der Zerstörung der Kathedrale von Conventry am 14./15. November 1940 durch deutsche Bombenangriffe ließ der damalige Dompropst Richard Howard die Worte „FATHER FORGIVE“ in die Chorwand der Ruine einmeißeln. Diese Worte bestimmen das Versöhnungsgebet von Conventry, das die Aufgabe der weltweiten Christenheit umschreibt.
Das erste, ursprüngliche Nagelkreuz wurde aus drei mittelalterlichen Nägeln der zerstörten Kathedrale zusammengefügt.

Die Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V. hat sich 1991 als ökumenische Gemeinschaft aus den schon bestehenden Nagelkreuzzentren und aus Einzelmitgliedern der Conventry Community of the Cross of Nails zusammengefunden. In Deutschland gibt es zurzeit über 60 Nagelkreuzzentren. Das Augustinerkloster war das erste Nagelkreuzzentrum in Thüringen. Jeden Freitag um 12:00 Uhr wird in allen Nagelkreuzzentren am Ort der Stille die Versöhnungslitanei von Coventry gebetet.

Gebet der Nagelkreuzgemeinschaft

Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)

Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.

Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist,
Vater, vergib.

Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.

Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.

Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen,
Vater, vergib.

Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.

Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,
Vater, vergib.

Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen,
wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32)

THE COVENTRY LITANY OF RECONCILIATION

All have sinned and fallen short of the glory of God. (Romans 3:23)

The hatred which divides nation from nation, race from race, class from class,
Father forgive

The covetous desires of people and nations to possess what is not their own,
Father forgive

The greed which exploits the work of human hands and lays waste the earth,
Father forgive

Our envy of the welfare and happiness of others,
Father forgive

Our indifference to the plight of the imprisoned, the homeless, the refugee,
Father forgive

The lust which dishonours the bodies of men, women and children,
Father forgive

The pride which leads us to trust in ourselves and not in God,
Father forgive

Be kind to one another, tender hearted, forgiving one another, as God in Christ forgave you.
(Ephesians 4:32)

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Zentrum-Nagelkreuzgemeinde

Ort der Stille

700 Jahre alte Fenster

In der Augustinerkirche zu Erfurt befinden sich 700 Jahre alte Fenster. Diese hatte auch Martin Luther, in der Zeit als er dort Mönch war, gesehen. In den letzten Jahren sind diese Fenster alle aufwendig gereinigt und restauriert worden und erstrahlen seit 2014 wieder in neuem Glanz.

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Auf unserer Internetseite www.luthers-erbe-bewahren.de erhalten Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, mit einer Spende zu helfen.

Kurator Carsten Fromm
Telefon: 0361/57660-32
E-Mail: carsten.fromm@augustinerkloster.de

Notwendige Restaurierungsarbeiten

Die Restaurierung der mittelalterlichen Glasmalereien, die um 1300 entstanden sind, kostet ca. 670.000 €. Ein Teil davon ist durch Spenden und Stiftungsmittel abgedeckt. Sie können eine Kopie der Originalscheibe im Format 1:1 erwerben, die das jeweilige Bildmotiv zeigt. Die Kopien wurden nach dem Ausbau der Glasmalereifelder im Jahr 2010 eingesetzt und dienten während des Zeitraums der Restaurierung den Fachleuten als Testscheiben für Klimamessungen. Den Besuchern vermittelten sie einen bildlichen Eindruck von der Originalverglasung.

Unabhängig vom Kauf eines Feldes freuen wir uns über jede Spende, die zum Erhalt der Fenster beiträgt, und dass Sie zu den vielen Menschen gehören, die uns unterstützen.

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Kirchenfenster-Augustinerkloster

Glasfenster in der Augustinerkirche

Luther Radpilgerweg

Der Luther Radpilgerweg ist ein Beitrag des Evang.-Luth. Dekanats Weilheim zum Reformationsjubiläum 2017. Die Radferntour führt von Weilheim nach Wittenberg entlang der wichtigsten Orte der Reformationsgeschichte. Geleitet von einem GPS-Track können Sie in 12 bis 14 Tagen diesen Radpilgerweg nachfahren. Die Radstrecke ist sozusagen „virtuell ausgeschildert“ und mit Navigationsgerät oder Smartphone geführt. Es entstand ein naturnaher, meist abseits vom großen Verkehr geführter Weg, der uns in einer großen Schleife über Augsburg, Nürnberg, Bamberg, Coburg, Schmalkalden, Rennsteig, Wartburg, Eisenach, Erfurt, Stotternheim, Eisleben, Halle und Torgau nach Wittenberg bringt. Die Vorbereitungstour hat uns bereits sehr begeistert – wie schön ist Deutschland, wie vielfältig die Landschaften und wie gut ausgebaut die Radwege!

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Immer auf der Suche nach dem besten Weg, trafen wir auf große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, auf heimelige und originelle Hotels und auf den Reformator Martin Luther in vielfältigster Form. Dieser Streckenführer soll Ihnen Appetit machen, auf Luthers Wegen zu fahren und ihm näher zu kommen. Die Ausstellungen, Kirchen und Museen sind allesamt zum Jubiläum hervorragend vorbereitet worden. Die Etappen GPS-Daten können Sie hier aufrufen. Hier finden Sie auch den Streckenführer zum Ausdrucken und eine Anleitung zur Übertragung der GPS-Daten auf das Navigationsgerät.

Es würde mich freuen, von Ihren Erfahrungen und Erlebnissen auf dem Weg zu hören. Sie erreichen mich unter juergen.nitz@elkb.de.
Technische Fragen beantwortet mein „GPS-Spezialist“, Christian Reuting (Title: Kontakt Christian Reutling).

Ich wünsche Ihnen wertvolle Erfahrungen und geistliche Anregungen in der Begegnung mit Luthers Glauben und Welt auf Ihrer „reformatorischen Deutschland-Tour“.

Ihr Pfarrer Jürgen Nitz, Kaufering 

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